Der schöne Spitzenbesatz
Baby Dolls besitzen normalerweise ein extra angenähtes Bruststück, welches von Spitze umgeben ist. Dieser Stoff sorgt für das besondere Aussehen dieser sonst schlicht geschnittenen Stücke. Der Spitzenbesatz sorgt für die gewisse erotische und edle Ausstrahlung bei den Kleidchen. Denn mit Spitze darf sich nicht alles schmücken.
Keine einfache Randverzierung
Heute verwendet man Spitze größtenteils für Dessous, Nachtwäsche, Oberteile und Brautkleider. Sie bilden dekorative Elemente zum schlichten Stoff. Spitze besteht nur aus Garn, selten ein wenig Stoff und hat in seinem Muster mehr oder weniger große freie Flächen, die unpassend häufig als Löcher bezeichnet werden. Noch immer häufig zu sehen sind auch Gardinen und Tischwäsche aus Spitze, doch den meisten wird das langsam zu kitschig. Früher wurde wesentlich mehr Spitze verwendet, auch als Einsatz zwischen zwei anderen Stoffstücken und bei Trachten. Die erste Spitze wurde im 15. Jahrhundert in Norditalien gefertigt und war noch äußerst zeitaufwendig und wegen der benötigten besonderen Nadeln auch teuer. Der französische Hofstaat war begeistert von diesem Stoff und importierte so viel, dass der König Ludwig der XIV. sich gezwungen sah, diese Arbeit in Frankreich zu fördern und so das Geld im Land zu behalten. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts war mit der fortgeschrittenen Entwicklung der Klöppeltechnik und der Tüllgrundspitzen der Stoff etwas preiswerter geworden, so dass nun auch normale Bürger ihren Sonntagsstaat damit schmücken konnten.
Oma konnte nicht nur stricken
Mitte des 19. Jahrhunderts entstand dann die Häkeltechnik. Die meisten Großmütter werden sie wahrscheinlich noch beherrschen, viele Hausfrauen verdienten sich so etwas dazu. Perfektioniert wurde diese Technik aber von den Frauen in Irland, die so teilweise der Armut entrinnen konnten. Nach den Kriegen wurde jedoch immer mehr auf maschinelle Fertigung gesetzt. Es muss immer alles schnell und billig sein.